LinkedIn-Grundlagen: So richtest du dein Profil professionell

Richte dein LinkedIn-Profil professionell ein: Foto, Headline, Info-Text, Erfahrung, Skills und SEO-Keywords – mit klaren Beispielen und Checklisten.

LinkedIn-Grundlagen: So richtest du dein Profil professionell ein (Schritt für Schritt)

LinkedIn ist für viele Branchen der wichtigste Ort, um sichtbar zu werden, Expertise zu zeigen und berufliche Kontakte aufzubauen. Ein gut eingerichtetes Profil wirkt wie eine Landingpage: Es erklärt in wenigen Sekunden, wer du bist, wofür du stehst – und warum man mit dir sprechen sollte. In diesem Beitrag findest du die wichtigsten LinkedIn-Basics, mit denen du dein Profil strukturiert, professionell und suchfreundlich aufsetzt.


1) Starte mit dem Fundament: Profilfoto und Banner

Profilfoto

Dein Profilfoto ist meist der erste Eindruck. Es sollte klar, freundlich und aktuell sein.

Checkliste:

  • Gutes Licht, neutraler Hintergrund (oder ruhige Umgebung)
  • Kopf und Schultern sichtbar, Blick in die Kamera
  • Business-taugliche Kleidung (branchengerecht)
  • Keine Gruppenfotos, Urlaubsbilder oder starkes Filtern

Bannerbild (Hintergrundgrafik)

Das Banner ist verschenktes Potenzial, wenn es leer bleibt. Nutze es, um deine Positionierung zu unterstreichen.

Ideen:

  • Claim/Leitsatz + Themengebiete (z. B. „B2B Marketing | Demand Gen | Analytics“)
  • Branchenbezug (z. B. Technologie, Beratung, Bildung)
  • Dezentes Markenbild (für Selbstständige: Farben/Logo)

2) Der erste Satz zählt: Headline und Standort

Headline (die Zeile unter deinem Namen)

Die Headline ist nicht nur dein Jobtitel. Sie ist eine Mini-Zusammenfassung deines Nutzens.

Gute Formel:

Rolle + Fokus + Nutzen + (optional) Social Proof / Spezialisierung

Beispiele:

  • „Produktmanagerin | SaaS & B2B | Bringe Teams von Idee zu messbarem Impact“
  • „Data Analyst | BI & Automatisierung | Dashboards, die Entscheidungen beschleunigen“
  • „HR Business Partner | Recruiting & People Development | Skalierung in Wachstumsphasen“

Standort & Branche

Wähle Standort und Branche passend – viele suchen gezielt danach. Wenn du remote arbeitest, kannst du das im Info-Text erwähnen.


3) „Info“ (About): Dein Profiltext als Elevator Pitch

Der Info-Bereich ist dein Platz für Kontext: Was treibt dich an? Welche Probleme löst du? Für wen? Wie arbeitest du?

Bewährte Struktur (4–6 kurze Absätze):

  1. Positionierung: Was machst du, für wen?
  2. Nutzen: Welche Ergebnisse ermöglichst du?
  3. Kompetenzen: 3–6 Schwerpunkte (stichwortartig)
  4. Belege: Erfolge, Projekte, Zahlen (falls vorhanden)
  5. Call-to-Action: Wie kann man dich kontaktieren?

Mini-Vorlage:

  • „Ich unterstütze [Zielgruppe/Branche] dabei, [Problem] zu lösen, indem ich [Methode/Skill].“
  • „In den letzten [Zeitraum] habe ich u. a. [Ergebnis/Impact] erreicht.“
  • „Schwerpunkte: …“
  • „Kontakt: …“

Tipp: Schreibe so, dass auch Außenstehende dich verstehen. Weniger interne Abkürzungen, mehr Klartext.


4) „Im Fokus“ (Featured): Zeig deine besten Inhalte

Im Bereich „Im Fokus“ kannst du Beiträge, Links, PDFs oder Projekte hervorheben. Das ist ideal, um Arbeitsproben sichtbar zu machen.

Was eignet sich gut?

  • Portfolio / Projektcase (PDF oder Link)
  • Vortrag, Webinar, Interview
  • Bestperformender Post
  • Artikel/Blog
  • Landingpage oder Unternehmensseite (wenn relevant)

Faustregel: 3–5 hochwertige Elemente reichen. Aktualisiere gelegentlich.


5) Berufserfahrung: Nicht Aufgaben auflisten – Wirkung zeigen

Viele Profile wirken austauschbar, weil sie nur Tätigkeiten aufzählen. Besser: Beschreibe deinen Impact.

Struktur pro Station:

  • 1 Satz Kontext (Team, Bereich, Ziel)
  • 3–6 Bulletpoints mit Ergebnissen, Methoden, Tools
  • Wenn möglich: Zahlen/Ergebnisse (realistisch, nicht übertrieben)

Bulletpoint-Formeln:

  • „Optimiert/aufgebaut/geleitet …, wodurch … (Ergebnis)“
  • „Verantwortlich für … (Scope), Fokus auf … (Ziel)“
  • „Implementiert … (Tool/Prozess), reduziert … um …%“

Beispiel:

  • „Aufbau eines Reporting-Frameworks (Looker/SQL), das die Entscheidungszeit im Vertrieb verkürzte.“
  • „Konzeption und Umsetzung von Kampagnen, Fokus auf Pipeline-Qualität und Conversion.“

6) Ausbildung, Zertifikate und Kurse: Relevanz vor Vollständigkeit

Du musst nicht alles aufführen. Entscheidend ist, was zu deinem aktuellen Profil passt.

Gute Ergänzungen:

  • Relevante Zertifikate (z. B. Scrum, Cloud, Analytics)
  • Aktuelle Weiterbildungen
  • Spezifische Kurse, die deinen Fokus stützen

Tipp: Wenn du Quereinsteiger*in bist, sind Kurse/Zertifikate oft besonders wertvoll, um Kompetenz zu signalisieren.


7) Skills und Keywords: Damit du gefunden wirst

LinkedIn ist auch eine Suchmaschine. Recruiter und Entscheider suchen nach Skills, Tools und Rollen. Deshalb: Keywords strategisch platzieren.

Wo gehören Keywords hin?

  • Headline
  • Info (About)
  • Berufserfahrung (Bulletpoints)
  • Skills-Bereich (die „Top 3“ bewusst wählen)

So gehst du vor:

  • Sammle 15–30 relevante Begriffe aus Stellenanzeigen/Branchenprofilen
  • Priorisiere 8–12 Kernkeywords
  • Nutze die Begriffe natürlich im Text (nicht als Keyword-Wüste)

8) Empfehlungen und Bestätigungen: Social Proof mit Substanz

Empfehlungen (Recommendations)

2–5 Empfehlungen reichen oft schon, wenn sie konkret sind.

Wen fragen?

  • ehemalige Führungskräfte
  • Kolleg*innen aus Projekten
  • Kund*innen/Stakeholder

Kurzer Text zum Anfragen (Idee):

  • „Kannst du kurz beschreiben, wie wir zusammengearbeitet haben und welchen Impact ich im Projekt hatte?“

Skill-Bestätigungen (Endorsements)

Sie sind weniger stark als Empfehlungen, aber als Signal hilfreich. Wichtig ist, dass deine wichtigsten Skills bestätigt werden.


9) Kontaktinfos und Profil-URL: Mach es anderen leicht

  • Füge E-Mail und ggf. Kalenderlink/Website hinzu (wenn sinnvoll).
  • Passe deine Profil-URL an (z. B. linkedin.com/in/vorname-nachname). Das wirkt professionell, z. B. auf Visitenkarten oder im CV.

10) Sichtbarkeit und Einstellungen: Kleinigkeiten mit großer Wirkung

Ein paar Settings machen einen spürbaren Unterschied:

  • Open to Work / Hiring: nur aktivieren, wenn passend (und bewusst, wer es sehen darf)
  • Profil-Sprache: Deutsch oder zweisprachig, wenn international relevant
  • Sichtbarkeit von Profil-Updates: Beim großen Umbau ggf. temporär aus, danach wieder an
  • Creator Mode (optional): sinnvoll, wenn du regelmäßig Inhalte veröffentlichst

11) Der letzte Schliff: Aktivität und erster Content-Plan

Ein starkes Profil ist die Basis – aber LinkedIn belohnt Aktivität. Du musst nicht täglich posten. Schon 1–2 sinnvolle Interaktionen pro Woche helfen.

Einfacher Start:

  • Folge 20–40 relevanten Personen/Unternehmen
  • Kommentiere 2× pro Woche mit Substanz (eigene Perspektive, Erfahrung, Beispiel)
  • Poste alle 2–4 Wochen einen kurzen Beitrag (Learnings, Projekt-Erkenntnisse, Tipp)

Content-Ideen für Einsteiger*innen:

  • „3 Dinge, die ich diese Woche gelernt habe…“
  • Mini-Case: Problem → Vorgehen → Ergebnis
  • Tool-/Buch-/Artikel-Empfehlung mit kurzem Takeaway

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Zu generisch: „Teamplayer, motiviert, kommunikativ“ → lieber konkrete Skills + Beispiele
  • Zu lang und unstrukturiert: Absätze, Bulletpoints, klare Überschriften
  • Nur Aufgaben statt Ergebnisse: Wirkung, Scope, Zahlen (wo möglich)
  • Kein „Im Fokus“: Arbeitsproben sichtbar machen
  • Keyword-Fehlanzeige: Suchbegriffe strategisch einsetzen

Mini-Checkliste: Dein Profil in 30 Minuten verbessern

  • Professionelles Profilfoto + passendes Banner
  • Headline mit Rolle + Fokus + Nutzen
  • Info-Text: Positionierung, Schwerpunkte, CTA
  • 3–5 Featured-Elemente (Case/Portfolio/Best Post)
  • Erfahrung: Impact-Bullets statt Aufgabenliste
  • Skills: Top 3 bewusst setzen + Keywords ergänzen
  • Kontaktinfos + individuelle URL
  • 1–2 Empfehlungen anfragen

Fazit

Ein professionelles LinkedIn-Profil ist kein Kunstwerk, sondern ein klar aufgebautes Profil mit Fokus auf Nutzen, Relevanz und Auffindbarkeit. Wenn du Foto, Headline, Info-Text und Erfahrung sauber strukturierst und ein paar Belege ergänzt, hebst du dich sofort von vielen Standardprofilen ab.

Wenn du mags